Employer Branding

Philippe Großmann

Philippe Großmann

· Aktualisiert am 03.04.2023

Employer Branding beschreibt die Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreifen muss, um sich gegenüber potenziellen Bewerber:innen als passender und attraktiver Arbeitgeber darzustellen und die eigene Marke zu stärken.


Was ist Employer Branding?

Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Englischen und bedeutet so viel wie “Arbeitgeber-Markenbildung”.

Employer Branding ist ein Prozess, mit dem Unternehmen eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen können. Mit der richtigen Marketingidee soll es Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber positionieren, Wettbewerber verdrängen, Mitarbeiter:innen für das eigene Unternehmen gewinnen und diese langfristig binden.

Wo liegt der Unterschied zum Personalmarketing?

Die Begriffe Personalmarketing und Employer Branding werden oft miteinander verwechselt. Obwohl sie ähnlich erscheinen, sind die beiden Methoden tatsächlich völlig unterschiedlich. Personalmarketing ist eine Werbemethode, die sich mit der Gewinnung von Kandidat:innen befasst. Im Gegensatz dazu konzentriert sich Employer Branding darauf, mit einer bestimmten Botschaft das Vertrauen der Mitarbeiter:innen zu wecken. Beide müssen jedoch strategisch geplant werden, um richtig zu funktionieren.

Der Prozess zur Schaffung einer Arbeitgebermarke basiert auf Ihrem Zielmarkt und der Erstellung Ihrer EVP (Employer Value Proposition - Das Nutzenversprechen des Arbeitgebers an die Mitarbeiter:innen). Anschließend erstellen Sie einen zukünftigen Personalmarketing-Plan. Dadurch legen Sie Ihren Fokus auf das Messaging, in dem Sie entscheiden, wo Sie werben und wie Sie Ihr Publikum ansprechen möchten. Dies mündet in der Umsetzung Ihrer Employer-Branding-Strategie, welche die Effektivität Ihrer Bemühungen misst.

Ziele des Employer Brandings

Employer Branding ist der Weg zur Erschaffung eines Images, das Ihr Unternehmen für potenzielle Mitarbeiter:innen begehrenswert macht. Indem Sie Ihr Unternehmen attraktiver gestalten, ist es für die Bewerber:innen und Mitarbeiter:innen verlockender, sich auf Stellen zu bewerben. Dies führt zu einem erfolgreicheren Rekrutierungsprozess für die Personalabteilung. Employer Branding kann die Produktivität steigern, indem es die Mitarbeiterloyalität und Mitarbeiterbindung erhöht. Es ermöglicht ihnen zudem, ihre Marke zu fördern. Dies kann man durch attraktive Mitarbeitervorteile erzielen, beispielsweise durch eine Gesundheitsvorsorge.

Wie funktioniert Employer Branding?

Employer Branding ist der Prozess, ein bestimmtes Image für ein Unternehmen zu definieren. Dies geschieht durch die Erstellung und Umsetzung einer Kampagne. Je nach Zielgruppe sind unterschiedliche Kontakt-Methoden erforderlich. Je nach Zielgruppe, gewünschtem Ergebnis und persönlichen Bedürfnissen sind verschiedene Employer-Branding-Maßnahmen notwendig. Eine authentische Marke repräsentieren Sie am besten, indem Sie mit zufriedenen Mitarbeiter:innen für Ihr Unternehmen werben. Dazu sollten Sie folgende Maßnahmen umsetzen:

Was Sie von Ihren Mitbewerbern unterscheidet, sollte bei der Entwicklung einer Marketingstrategie berücksichtigt werden. Erstellen Sie dazu einen Kommunikationsplan und kommunizieren Sie mit Ihrer Zielgruppe. Die Forschungsergebnisse sollten veröffentlicht werden. Es ist wichtig, dass Ihre aktuellen Mitarbeiter:innen zufrieden sind, damit sie dem Unternehmen erhalten bleiben.

Neben diesen Strategien sollten Maßnahmen wie transparente Kommunikation, kostenlose Angebote, Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung, Home Office, flexible Arbeitszeiten und weitere Mitarbeiter-Benefits zur Steigerung der Arbeitgebermarke angeboten werden. Doch Employer Branding geht weit über allgemeine Benefits hinaus. Hierzu mehr in den folgenden Abschnitten.

Internes & externes Employer Branding

Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen durch Ihre Handlungen und Ihr Mitarbeiter-Image ein Markengefühl. Dies bringt eine emotionale Bindung zwischen Kund:in und Mitarbeiter:in. Fühlen sich Mitarbeiter:innen zudem motiviert und zufrieden mit ihrer Arbeit, bleiben sie länger.

Mitarbeiter:innen, die dem Unternehmen langfristig treu bleiben, helfen einen positiven Eindruck auf die Kundenbedingungen zu hinterlassen. Außerdem bleiben so auch die Leute, die selbst Teil des Unternehmens sind, zufrieden und können sich auf ein bestimmtes Ziel konzentrieren. Das ermutigt die Mitarbeiter:innen, sich im Job kundenorientiert zu verhalten. Unternehmen müssen intern ein Image entwickeln. Dies wird als Arbeitgebermarke bezeichnet. Für Unternehmen ist es wichtig, ihre Marke zu etablieren und Mitarbeiter:innen ihren Zweck und Ziele zu erklären. Dies hilft den Mitarbeiter:innen auch dabei, ihre positive Beziehung zu Kund:innen und anderen Dienstleistern aufrechtzuerhalten.

Die Betonung positiver Eigenschaften kann dabei helfen, eine erfolgreiche Arbeitgebermarke zu schaffen. Dies hilft den Mitarbeiter:innen, sich von ihren Mitbewerbern abzuheben und sich als Markenbotschafter zu positionieren. Dies gilt für alle externen Employer-Branding-Elemente, einschließlich Firmenlogos und -slogans. Jobinteressenten können sich bereits vor der Bewerbung ein positives Bild von ihrer neuen Stelle machen, indem sie sich über Ihr Unternehmen und dessen Reputation informieren. Auf diese Weise können sie fundierte Annahmen über ihren neuen Arbeitsplatz treffen, bevor sie ihre Bewerbung einreichen. Die Integration eines starken Employer Branding trägt dazu bei, den Rekrutierungsprozess zu stärken und Missverständnisse zwischen potenziellen Mitarbeiter:innen und ihren potenziellen Arbeitgeber:innen zu verringern.

Kund:innen sind ebenfalls nützliche Markenbotschafter:innen. Für die Verbraucher:innen sind sie zudem eine sehr vertrauenswürdige Quelle. Die beste Voraussetzung ist gegeben, wenn sie Fürsorge und Achtung erhalten. Dafür sollte der Kontakt gepflegt und das Vertrauen zum Kunden aufgebaut werden, denn dies ist eine wichtige Basis für eine beständige Kundenbeziehung. Der Kunde sollte zudem Möglichkeiten haben, mit dem Unternehmen zu interagieren, beispielsweise durch spezifische Ansprechpartner:innen.


Best Practices

Es ist wichtig herauszufinden, was Ihre Unternehmenskultur einzigartig macht. Präsentieren Sie auf Ihrer Website oder auf Ihren Social Media Kanälen Bilder und Videos rund um Ihr Unternehmen, damit potenzielle Kandidat:innen ihren zukünftigen Arbeitsalltag, das Büro oder den Firmenstandort kennenlernen können.

Werben Sie mit Hilfe von authentischem Content für Ihr Unternehmen, in dem ebenfalls Ihre Mitarbeiter:innen zu sehen sind. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter:innen, ihre Erfahrungen zu teilen. Zeigen Sie, dass Sie sich um Kandidat:innen und Mitarbeiter:innen kümmern, unabhängig davon, ob die Bewertungen positiv oder negativ sind. Zu einem neuen Job gehört mehr als nur die reine Tätigkeit, sondern auch ein neues Büro, neue Kolleg:innen und vielleicht sogar eine neue Stadt. Zeigen Sie, dass es sich lohnt, in Ihr Unternehmen einzusteigen. Neben typischen Stellenausschreibungen können Sie auch über erfolgreiche Projekte berichten. Betreiben Sie beispielsweise einen Blog, der den Lesern einen Blick hinter die Kulissen Ihres Unternehmens gewährt.

Employer Branding Kampagnen Beispiele

Im Folgenden beschreiben wir Ihnen drei Beispiele zum Employer Branding:

Lufthansa

Durch eine spezielle Employer-Branding-Maßnahme hat das Unternehmen Lufthansa auf sich aufmerksam gemacht.

Mit der Kampagne „We are Lufthansa“ holt die Airline das Beste aus sich heraus und lädt die Mitarbeiter:innen ein, sich damit zu identifizieren. Eine gut positionierte Karriere-Website sorgt zusammen mit dem Karriereblog „Be Lufthansa“ und einer aktiven Kommunikation in den sozialen Medien dafür, dass der Konzern auch zu einem bekannteren Arbeitgeber wird.

Lufthansa bsp

HelloFresh

Das Unternehmen HelloFresh gewährt nicht nur Einblick in die Unternehmenskultur und nutzt Ihr Produkt als Kommunikationsleitfaden. Denn für Kandidat:innen gibt es hier viele Einblicke in den Büroalltag, zu den internationalen Kolleg:innen inklusive ihrer Lieblingsrezepte.

HelloFresh Bsp.

BMW

​​Auch der Autohersteller BMW nutzt seine unternehmerischen Stärken im Bereich Employer Branding. Auf Karriereseiten und Social-Media-Kanälen dreht sich alles um die Leidenschaft für innovative Ideen, Technik und natürlich Autos. Im Mittelpunkt steht ein klares, positives Image. Interessierte und potentielle Bewerber:innen finden auf der BMW Karriereseite Informationen zu den vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten, Benefits und Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung. Dadurch wird der Bewerbungsprozess transparent kommuniziert und die Voraussetzungen für einen positiven Ablauf sind geschaffen. Auch auf den Social-Media-Kanälen gibt es viele Insights.

BMW Beispiel
BMW Bsp

Fazit

Employer Branding darf von keinem Unternehmen übersehen werden. Jedes Unternehmen sollte sich um seine Arbeitgebermarke kümmern. Hierbei ist wichtig zu verstehen, dass Employer Branding ein tiefgreifender Prozess ist und weitaus mehr bedeutet, als Home Office einzuführen.

Wenn Mitarbeiter:innen mit ihrer Arbeit zufrieden sind, steigt ihre Leistung und sie können Bewerber:innen anziehen, die sich als qualitativ hochwertig erweisen. In kurzer Zeit können dadurch viele neue potenzielle Mitarbeiter:innen eingestellt werden. Dadurch wird es einfacher, das Image des Unternehmens zu verbessern und seine Bekanntheit zu steigern.

Ein seriöses Unternehmen vermarktet sich erfolgreich, indem es seinen Mitarbeiter:innen Wertschätzung zeigt und Wertversprechen zur Förderung der Transparenz aufstellt ( = welchen Nutzen ein Unternehmen seinen Kunden mit einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Dienstleistung verspricht). Dies führt zu einem effektiveren Beschäftigungsprozess im Unternehmen, der die Bedürfnisse der Arbeitgeber:innen respektiert.

Somit wird deutlich, dass ein erfolgreiches Employer Branding die Grundlage für ein effizientes und nachhaltiges Personalmarketing und Recruiting bildet.

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Philippe Großmann

Philippe Großmann

Philippe entwickelt Online Marketing Kampagnen, ist Web-Analytics Enthusiast und ein großer Fan von PPC-Marketing.