Not Provided in Google Analytics

SEO-Keywords freischalten

Web Analytics

In Google Analytics werden organische Keywords in fast 98 % der Fälle als (not provided) angezeigt. Dies liefert kaum nützliche Daten für die Web-Analyse und für die Suchmaschinenoptimierung.

Im Oktober 2011 gab Google bekannt, Suchanfragen aus Privatsphäregründen zu verschlüsseln. Dies hatte zur Folge, dass Suchbegriffe nicht mehr an Web-Analyse-Systeme übermittelt wurden und seitdem in Google Analytics als (not provided) angezeigt werden. Seit der Verschlüsselung von Suchanfragen sieht es daher in fast allen Web-Analytics-Systemen so aus: not provided Anteil in Google Analytics Diese fehlenden Keyword-Referral-Daten machen es schwer, den ROI bestimmter Keywords zu ermitteln oder Suchdaten mit Nutzerverhalten zu verknüpfen. Glücklicherweise gibt es einige Lösungen, die wir Ihnen Vorstellen wollen.

Was ist (not provided)?

Der Begriff "not provided" taucht in Web-Analyse-Systemen wie Google Analytics auf. Er kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie: "nicht zur Verfügung gestellt".

Bis 2011 wurden in Google Analytics Berichten über den organischen Traffic die tatsächlichen Suchbegriffe, über die Suchmaschinen-Nutzer auf die Website gelangt sind, angezeigt.
Heutzutage werden fast 98% dieser Begriffe als (not provided) angezeigt.

Not Provided Keyword Daten in Google Analytics

Als Folge wurden Disziplinen wie Suchmaschinenoptimierung schwieriger, da die von den Nutzern eingegebenen Suchbegriffe nicht mehr, oder nur durch Umwege, zur Verfügung standen.

Doch warum ist das überhaupt ein Problen?

Vor 2011 konnten Sie im organischen Suchbericht einsehen, welche Suchbegriffe Traffic auf ihre Website brachten und wie das Nutzerverhalten zwischen verschiedenen Keywords variierte. Dies machte es einfach zu bestimmen, welche Keywords für die Suchmaschinenoptimierung und die Suchmaschinenwerbung am wertvollsten waren.

Wenn ein Website-Besitzer zum Beispiel sah, dass Besucher, mit einem bestimmten Suchbegriff, eine überdurchschnittliche hohe Konversionsrate aufwies, war der Arbeitsauftrag klar: Das Ranking für dieses spezielle Keyword verbessern. Heuzutage kann man zwar mittels der Google Search Console auf Suchberichte zurückgreifen, jedoch kann man Suchbegriffe nicht direkt mit Nutzerverhalten verknüpfen. Dies macht die Priorisierung von Keywords sehr schwierig - gerade bei Landingpages mit viel Traffic.

Die Suchbegriffe, oder auch Keywords genannt, wurden ursprünglich über den Referral übertragen.

Was sind Keyword Referral-Daten?

Die Keyword Referral-Daten zeigen Ihnen, über welche Suchbegriffe Nutzer einer Suchmaschine (wie Google, Bing oder duckduckgo) Ihre Website gefunden haben.

Wenn zum Beispiel jemand Ihre Website besucht, indem er "Auto verkaufen" bei Google eingibt, dann lauten die Referral-Daten "Auto verkaufen". Wenn jemand Ihre Website besucht, indem er "Auto gebraucht kaufen" bei Google eingibt, dann lautet der Referral "Auto gebraucht kaufen".

Es gibt zwei Arten von Keyword Referral-Daten: organische und bezahlte.

Die organischen Keyword-Daten sagen Ihnen, welcher Suchbegriff ein Nutzer verwendet hat, nachdem er auf ein organisches Ergebnis bei Google geklickt hat.

Die bezahlten Keyword-Daten geben Auskunft darüber, welcher Suchbegriff von einem Nutzer verwendet wurde, nachdem er auf eine bezahlte Text-Anzeige auf einer Suchergebnis-Seite geklickt hat. Diese Anzeigen finden Sie beispielsweise bei Google oberhalb der organischen Suchergebnisse.

Fehlende Keyword-Referral-Daten werden als 'Not-Provided' in den Berichten von Google Analytics ausgewiesen. Es handelt sich hierbei ausschließlich um ein Problem für organischen Suchmaschinen-Traffic.

Warum überträgt Google nur noch (not provided)?

Seit Oktober 2011 verschlüsselt Google Suchanfragen für angemeldete Benutzer, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen (es können keine personengenaue Suchprofile etc. erstellt werden). Dadurch werden alle Daten, die sich auf die jeweilige Suche beziehen, nicht mehr übermittelt.

Zu diesen Daten gehören z.B. die Suchbegriffe, die für die Suche verwendet wurden. Google kann diese Informationen natürlich immer noch einsehen, aber in Analytics kann man nicht mehr auf diese Daten zurückgreifen.

Google Analytics Not Provided Anteil

Unabhängig davon ist unsere Aufgabe klar: Wir müssen versuchen einen Teil der Daten zurückzubekommen oder zumindest versuchen, eine "bessere Idee" dieser Daten zu erhalten. Es gibt einige Wege, dies zu bewerkstelligen.

Not Provided reduzieren & SEO-Keywords freischalten

Die meisten Tools, um 'Not Provided' entgegenzuwirken, stammen größtenteils von Google selbst. Es gibt auch Lösungen von Drittanbietern, die einen Teil der fehlenden Daten bereitstellen, jedoch führen an Google Ads und der Google Search Console kaum Wege dran vorbei. Aber zunächst schauen wir uns einige Wege innerhalb von Google Analytics an:

Landingpages der organischen Suche analysieren

Um ein Gefühl über Keywords und deren Qualität zu bekommen, sollte man sich zunächst einen Überblick über die Zielseiten / Landingpages der organischen Suche machen. In den meisten Fällen ist nämlich jede Seite auf ein bestimmtes Keyword optimiert. Wenn wir uns also den Traffic anschauen, der über Suchmaschinen einsteigt, können wir die Besuchsaktivität grob einem Keyword-Set zuordnen.

  1. Navigieren Sie zunächst in den Bericht "Quelle / Medium" unter "Akquisition".
  2. Dort suchen Sie dann nach "google / organic" um den Traffic der organischen Google-Suche auszuwählen.

Zielseiten der organischen Suche

  1. Nun wählen Sie "Sekundäre Dimension".
  2. Dort suchen Sie dann nach "Landingpage" um die Zielseiten anzuzeigen.

not provided Zielseiten In diesem Bericht finden Sie nun alle Landingpages für Sitzungen der organischen Google Suche. Jetzt können Sie die ersten Analysen durchführen. Suchen Sie zum Beispiel nach Zielseiten mit erhöhten Absprungraten oder nach Seiten mit hohen Conversion-Rates. Diese Seiten sollten Sie in den Fokus nehmen und ggf. optimieren.

Gezielt Traffic von einer bestimmten Landingpage analysieren

Wer sich nur eine bestimmte Zielseite und deren organischen Traffic anschauen will, sollte zu einem Segment greifen. In diesem Segment legen wir fest, dass wir nur organischen Traffic auf einer bestimmten Zielseite analysieren wollen: Segment für einzelne Landingpage in Google Analytics Mit diesem Segment können Sie nun nach Belieben den Traffic für Sitzungen einer bestimmten Zielseite der organischen Google Suche analysieren.
Wo springen Nutzer ab? Deckt sich ihre Suchintention mit den Informationen auf der Zielseite? Wo scheint es Probleme zu geben? Falls Ihnen diese Informationen noch zu spärlich sind, gibt es weitere Methoden, die Ihnen helfen können.

Google Search Console nutzen

Not Provided Search Console Die Google Search Console löst leider auch nicht unsere 'Not Provided'-Probleme. Jedoch erhalten Sie wertvolle Einblicke in Impressionen, Klicks, Positionen und die Klickrate der Keywords Ihrer Website. Somit erhalten Sie einen Teil der verlorenen Daten zurück: Ihre Keywords.
Diese sind aber nicht mit den Besucheraktivitäten verknüpft. Wir erhalten aber eine sehr einfache Übersicht der organischen Keywords, die Besucher auf Ihre Website führen.

Die Daten der Google Search Console sind am nützlichsten, wenn Sie mit den Google Analytics Landingpages Daten zusammen beurteilt werden.

  1. Navigieren Sie in der neuen Search Console zu dem Punkt "Leistung".

Tutorial not provided reduzieren Schritt 1

  1. Dort haben Sie jetzt mitunter die Möglichkeit das Datum auszuwählen oder nach bestimmten Zielseiten zu filtern.

Tutorial not provided reduzieren Schritt 2

Google Search Console mit Google Analytics verbinden

Die Integration von Google Analytics und der Search Console macht es einfach, Ihre organischen Rankingdaten aus der Search Console mit Google Analytics Daten zusammenzuführen.
Jedoch stehen die Search Console Kennzahlen, wie Impressionen, Klicks und CTR, in Kombination mit Verhaltensdaten aus Analytics nur rudimentär auf Seitenebene zur Verfügung.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um die Search Console mit Google Analytics zu verbinden:

  1. Gehen Sie zu Ihrem Google Analytics-Konto.
  2. Navigieren Sie zu Akquisition > Suchkonsole.
  3. Klicken Sie auf Search Console-Datenfreigabe einrichten.
  4. Wählen Sie Ihr Search Console-Konto aus.

Danach haben Sie Zugriff auf einige Berichte, die die Daten aus der Search Console in Google Analytics darstellen: Google Search Console in Analytics

Wie in der Search Console werden die Daten mit zwei Tagen Verzögerung eingespielt.

Fehlende Keywords durch Landingpage-URL ersetzen

Diese Methode, um 'Not Provided' zu umgehen, besteht darin, in Google Analytics einen Filter zu verwenden, die die nicht übertragenden Keywords durch die Landing-Page-URL ersetzt. Somit werden im Keyword-Bericht die Zielseiten-Pfade angezeigt, anstatt der anonymen 'Not Provided'-Angaben.

  1. Gehen Sie in Ihrem Google Analytics Konto zum Punkt "Verwaltung" und dann "Datenansichten".
  2. Klicken Sie auf den Namen der Datenansicht, mit der Sie arbeiten möchten, und wählen Sie die Registerkarte Filter.
  3. Erstellen Sie einen neuen Filter in dem Profil:

Filtereinstellungen Not Provided Google Analytics Anstatt "key -" können Sie auch jeden anderen beliebigen Präfix nehmen. Dieser dient nur dazu, dass Sie nicht zwei Dimensionen mit den gleichen Inhalten haben (Zielseiten - Keywords).

Achtung:
Filter nehmen Einfluss auf die Erhebung der Daten. Eine Fehlkonfiguration kann Datenansichten unbrauchbar machen. Informieren Sie sich vor der Nutzung von Filtern über Google Analytics Datenansichten.

Die einzig wahre Lösung:

Keyword Hero

Alle oben genannten Ansätze lösen das eigentliche Problem aber nicht.

Der organische Traffic enthält trotz der Methoden immer noch keine Keyword-Daten. Alles, worauf man zurückgreifen kann, sind (not provided)- und Google Search Console Berichte.

Glücklicherweise gibt es eine Lösung, die Keywords in den Analytics-Berichten fast komplett zurückholen kann. Dank diesem Tool können unter Umständen (not provided)-Keywords von 98% auf 10% reduziert werden. Vorher Nachher not provided Daten

Das Tool finder man unter https://keyword-hero.com. Es gibt eine kostenlose Version, die die 25 meistfrequentierten URLs pro Tag abdeckt.

Keyword Hero bündelt verschiedene Datenquellen, darunter Ihre Google Analytics- und Search Console-Daten, um mittels maschinellem Lernen Ihre Suchbegriffe statistisch mit Ihren Sitzungen abzugleichen. Diese Daten werden in eine neue Google Analytics Datenansicht hochgeladen, sodass Ihre ursprünglichen Daten nicht beeinträchtigt werden.

Vor- und Nachteile von Keyword Hero

Natürlich hat das Tool Keyword-Hero seine Vor- & Nachteile.
Nach einer längeren Test-Phase wollen wir unsere Erfahrung mit Ihnen teilen:

Vorteile

  • Die Daten sind ziemlich genau.
  • Es entsteht eine separate GA-Datenansicht, die die Originaldaten unberührt lässt.
  • Für kleine Websites reicht die kostenlose Version.

Nachteile

  • Verzögerung von 3 Tagen in den Daten.
  • Benutzerdefinierte Messwerte / Dimensionen und Ereignisse werden nicht berücksichtigt.
  • Einige zielgruppenbezogene Kennzahlen fehlen oder sind falsch, z.B. Sprache, Browser des Benutzers.

Gründsätzlich ist Keyword-Hero zu empfehlen, weil es im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten einen entscheiden Aspekt erfüllt: Organische Keywords mit Nutzerverhalten zu verknüpfen.

Julian von Measureschool hat hierzu auch ein sehr gutes Video veröffentlicht:

Fazit und Gedanken zu (not provided)-Daten

Google hat es verkompliziert, organische Keyword-Daten zu erhalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Zugriff auf nützliche Keyword-Daten unmöglich ist.

Indem Sie die Strategien auf dieser Seite verwenden, können Sie auf alle Daten zugreifen, die Sie benötigen, um Ihre Zielgruppe zu verstehen, Ihre Website zu optimieren und qualifizierten Traffic zu generieren. Es gibt einige Tools, die einen Teil der Daten zurück holen können:

  • Google Webmaster Tools / Google Search Console
  • Google AdWords (Bezahlte Keywords / Keyword Planer)
  • Analyse des organischen Traffics auf Seitenebene
  • Rankingdaten kombiniert mit geschätzten Suchvolumen
Philippe Großmann
Philippe Großmann
Philippe Großmann ist Online Marketing Consultant und Gründer von keyperformance.

Über den Autor

Philippe Großmann

Philippe Großmann

Philippe entwickelt Online Marketing Kampagnen, ist Web-Analytics Enthusiast und ein großer Fan von PPC-Marketing.

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